Den Dialog gesucht und Zorn entfacht - Inhalte, Hintergründe und Folgen des Vortrags von Papst Benedikt XVI. an der Uni Regensburg


Sehr geehrte Damen und Herren,
aus aktuellem Anlass hat die VHS Leinfelden-Echterdingen in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und den Katholischen Kirchengemeinden in Leinfelden-Echterdingen einen Bildungsabend eingerichtet. Hier die Thematik und die Daten:

Den Dialog gesucht und Zorn entfacht
Inhalte, Hintergründe und Folgen des Vortrags von Papst Benedikt XVI. an der Uni Regensburg


Von der Vernunft, so Karl Jaspers, dürfe man hoffen, dass sie das einende Band sei, das Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenfinden lässt. In der Folge des umstrittenen Vortrags von Benedikt XVI. in Regensburg zeigt sich jedoch, wie gerade ein Appell an die Vernunft den Dialog auch beeinträchtigen kann, sei es, dass die Vernunft einseitig beansprucht wird, sei es, dass ganz einfach Voraussetzungen eines Dialogs strittig sind. Offenbar ist der Zusammenhang von Logos und Dialog so wenig selbstverständlich wie dass die Rolle geklärt ist, die der Vernunft in den Religionen und Kulturen dieser Welt zukommt. Die "durch den Glauben gereinigte weite Vernunft", die die Vernunft Gottes sei, wird denen entgegengehalten, die aus religiöser Ehrfurcht jede Umschreibung Gottes oder "Kenntnis" seines Wesens unterlassen möchten. Dem Hinweis auf Gottes "Antlitz", d.h. auf den (Mensch gewordenen) Logos, widerstreitet der Hinweis auf die absolute Transzendenz des göttlichen Wesens, an die der Mensch in seiner Kontingenz mit keiner Fähigkeit heranreiche. Benedikt XVI. ist besorgt wegen der Rede vom "ganz anderen Gott" bei Muslimen (wie auch bei manchen protestantischen Theologen (!)), denn das sei kein geeigneter Boden, auf dem die Friedlosigkeit überwunden und ein zum Frieden führender Dialog geführt werden könne. Die kritisierten Theologen, manche Philosophen und zumal gebildete Muslime, die für die unzugängliche Gottheit Gottes eintreten, zeigen sich ihrerseits besorgt, dass der "Glanz der Wahrheit" zu einem "Terror der Wahrheit" führen könnte. Wo ist Wahrheit? Befeuert vermeintliche "römisch-katholische Ideologie" bloß die gewaltbereiten Islamisten oder ist die unterstellte religionsmüde "Toleranz" im alternden Europa das Grab des Christentums und der Anfang vom Ende der Zukunft der Menschheit? Ist der Professor auf dem Stuhl Petri politisch naiv oder steckt hinter dem für Zündstoff sorgenden Zitat kalkulierende Strategie?

An diesem Abend geht es um unterschiedliche Gottesgedanken, um das Verhältnis von Vernunft und Offenbarung, Glaube und Wissen, um die Rolle der Vernunft, ihre Einheit und Vielgestaltigkeit, und um das Verhältnis von Wahrheit, Religion und Politik. Der Philosoph und Diplom-Theologe Thomas Gutknecht bietet zum aktuellen Diskurs Hintergrundinformationen und Überlegungen und stellt sich dem Gespräch mit dem Publikum.

Termin:Dienstag, 24.10.2006
Uhrzeit:20:00 - 22:00 Uhr
Referent:Thomas Gutknecht
Kursort:Leinfelden, VHS, Neuer Markt 3, Seminarraum 1
Kurs-Nr.:14500
Kursgebühren:6,00 €


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