"Wie vernünftig leben zur Leidenschaft werden kann, zeigt der Vortrag im Ausgang von des Sokrates Bemühen, ein lobenswertes Leben durch den Logos wiederzugewinnen. Im Glück des Dia-logs gelingt u.a. auch die Distanz von der überwältigenden Fülle des Lustangebots. So ist schon hier das Leben nicht das Höchste aller Güter. Vollends nicht - über Jahrhunderte hinweg - bei Kierkegaard, der einerseits auf Sokrates und seine Ironie zurückgreift, doch alsbald dessen Vernünftigkeit zur Leidenschaft für das Paradox und religiöser Gewissenhaftigkeit zuspitzt. Von beiden her zeigt sich, dass Wahrheitsdienst, zunächst alles andere als lustig/lustvoll, wirklich beseligt. Wahrheitsbezug ist möglich, nicht etwa indem man Wahrheit zu besitzen meint, sondern wo man sich ihrem Anspruch stellt: konkret, mit Leib und Seele. So ermutigt der Vortrag dazu, Wahrheit nicht nur erkennen zu wollen, sondern zu leben!"
Eintrittspreis der VHS, Freiplätze auf Anfrage über Logosclub: 07122-820528
Wenn, wie Aristoteles gesagt hat, das Staunen am Anfang der Philosophie steht, dann scheinen die Kinder mit ihrer unbefangenen Neugier wie geschaffen dafür. Aus ihrer langen Erfahrung weiß die freiberufliche Philosophie- und Religionspädagogin Eva Zoller Morf, dass Kinder philosophieren, wenngleich ohne die Begrifflichkeit der "Großen". Leider werden sie oft durch Belehrungen zum Schweigen gebracht. Wie es anders gehen kann, wenn ihre Fragen aufgegriffen werden, wenn sich daraus Gespräche entwickeln, wenn durch behutsame Begleitung und Anleitung ernsthafte philosophische Reflexion entsteht, kein Stoff für Fachunterricht, sondern eine nachdenkliche und vernünftige Haltung zur Welt, darüber berichtet die Referentin. Eva Zoller Morf ist die Pionierin des der Kinderphilosophie in der Schweiz, Gründerin der Dokumentationsstelle "s Käuzli" für Kinder- und Alltagsphilosophie und Autorin mehrerer Bücher zur Sache sowie Wegbereiterin für Philosophieren im Unterricht von Kindergarten und Volksschule in der Schweiz.
Eintritt frei, Spende erbeten
Vor zehn Jahren wurde der Philosophische Verein Logosclub e.V. aus der Taufe gehoben. Sein Leiter und Mentor, Thomas Gutknecht, gibt Auskunft über die Idee, die hinter diesem Projekt steht, über seine bisherige Geschichte und die mögliche Zukunft im Interesse einer Vernunft, die zum guten Leben hilft und allen gut tut. Was aus dieser Liebe zur Vernunft über Vernunft zu sagen ist, inwieweit alle Menschen philosophieren (nur taugt nicht jede „Philosophie“ etwas…) und in welcher Weise die Vernunft auch offen für den Glauben ist, darüber will der Referent Rechenschaft geben und sich der Fragen Interessierter annehmen.
Eintritt frei, Spende erbeten
In Vorträgen und Gesprächen wird das Zentrum unserer abendländischen geistigen Tradition beleuchtet: den Gedanken, dass der Logos (d.h. Wort, Sprache, Vernunft) die Menschen zusammenführe, dass die Logik unser Denken, Erkennen und Wissen bestimmen müsse, dass die Lebensführung einer Rechenschaft vor der Vernunft fähig sein solle. Gerade wenn die Weltgemeinschaft, befördert vor allem durch Wirtschaft, Technik und Wissenschaft, aus ganz unterschiedlichen Kulturen zusammenwächst und sich Gesellschaften begegnen, die hier wie andernorts nicht alle in gleicher Weise am Logos orientiert sind, stellt sich die Frage, ob die Vernunfttradition auch morgen noch die Kraft hat und genügend Anerkennung findet, die "Welt" in ihrem Innersten zusammenzuhalten, Interessen auszugleichen und Gegensätze zu versöhnen. Büfett und Kabarett runden den Tag ab.
Kosten: 19 €
Anmeldung bitte schriftlich, Nachfragen über Landeszentrale für politische Bildung über Telefon 07125/152 144 (Frau Traub), beim Logosclub unter 07122-820528 oder Kath. Bildungswerk: 07121-1448420 (Frau Schneider).
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