Mein Name ist Thomas Gutknecht, zur Welt gekommen bin ich 1953 in Stuttgart.

In München, Salzburg und Tübingen habe ich Philosophie, Katholische Theologie, Germanistik und Pastoralpsychologie studiert und dann unter anderem als Dozent an der Akademie für Kommunikations-Design und Multimedia, am Kolping-Bildungszentrum Stuttgart, an Fachhochschulen und verschiedenen Einrichtungen der Erwachsenenbildung unterrichtet. 1991 habe ich das Logosbüro (Reutlingen, später Logos-Institut Lichtenstein-Reutlingen-Stuttgart) gegründet, in dem ich neben einer freien Beratertätigkeit philosophisch "praktizierte" und wirksam war.

Von 2003 bis 2015 war ich Präsident der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis (IGPP) und bin seit 2019 deren Ehrenpräsident, war Initiator und Mitbegründer des Berufsverbandes für Philosophische Praxis (BV-PP) 2009 und dessen erster Vorsitzender bis 2013, im Ehrenamt außerdem Vorstandsvorsitzender des Philosophischen Vereins Logosclub e.V. (1993-2026) und Gründungsmitglied von philopraxis.ch. 

Wissenschaftlich arbeitete ich unter anderem über Karl Rahner, Martin Buber und Max Scheler. Themenschwerpunkte meiner praktisch-philosophischen Arbeit sind Aspekte der Lebenskunst, Fragen nach Sinn und Glück, Philosophie der Gesundheit, philosophische Therapeutik und philosophische Grundlagen der Kommunikation und der Kommunikationspsychologie sowie (insbesondere als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der IGPP) Theoriefragen der Philosophischen Praxis. In jüngerer Zeit habe ich begonnen, mich mit sozialphilosophischen Themen zu befassen und unter anderem 2021 eine Studie zur Ressentimentalität veröffentlicht.


Die nur teilweise publizierten, im Rahmen der Erwachsenenbildung vorgetragenen philosophische Portraits (u. a. zu Sokrates, Platon, Aristoteles, Seneca, Agustinus, Thomas von Aquin, Spinoza, Hegel, Schopenhauer, Kierkegaard, Nietzsche, Heidegger, Wittgenstein, Edith Stein, Hannah Arendt, Simone Weil) spiegeln wie Kristallisationspunkte auch meinen persönlichen philosophischen Hintergrund. Meine besondere Wertschätzung gilt den Arbeiten zweier so verschiedener Gestalten, wie es Max Scheler und Josef Pieper sind. Als Meister und inspirierende Vorbilder für mein Philosophieren gelten mir auf unterschiedlichste Weise bis heute u. a. Robert Spaemann, Vittorio Hösle, Jörg Splett, Thomas Fuchs.


 Aktuell beschäftige ich mich als "Neu-Oldenburger" - nunmehr wohnhaft in der Nachbarschaft des Karl-Jaspers-Hauses - besonders mit dem Werk von Karl Jaspers und, dem fortgeschrittenen Alter "geschuldet", intensiver mit entsprechenden Aspekten der Anthropologie und Ethik, so z. B. mit der Leib-Seele-Thematik, der Vulnerabilität des Menschen und dessen Trostbedürftigkeit, den Philosophien der Hoffnung und der Dankbarkeit sowie den Zukunftschancen einer Kultur der Generosität.


Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit, der sich aus der engen Verbindung von Theologie und Philosophie ergibt, schlägt sich nieder in der seelsorgerischen Orientierung meiner Philosophischen Praxis. Theoretisch gearbeitet habe ich zum Verhältnis von Theologie und Philosophie und zu fundamentaltheologischen und systematischen Fragen (Glaubensbegriff, Trinität, interreligionischer Dialog), zur Theologie von Teilhard de Chardin, Karl Rahner, Karl Barth oder Dietrich Bonhoeffer. Neuere Arbeiten galten Simone Weil (Ethik der Aufmerksamkeit) und Edith Stein (Liebesbegriff), die sich auch in entsprechenden Veröffentlichungen niedergeschlagen haben.